Ein Drittel der weltweit verfügbaren Lebensmittel wird entweder verschwendet oder geht verloren - eine Menge, die ausreichen würde, um den globalen Nahrungsmittelbedarf zu decken. Gemeinsam mit unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette aus Industrie, Politik, Zivilgesellschaft und unseren Kunden wollen wir Innovationen vorantreiben, den Dialog fördern und Debatten in Gang setzen, um Lösungen zu generieren. Dieser "vom Feld auf den Tisch"-Ansatz wird von vielen unserer Partner bei dieser Herausforderung geteilt. Gemeinsam tragen wir dazu bei, den weltweiten CO2-Fußabdruck durch Lebensmittelabfälle, die für 8 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, zu verringern und neben Lebensmitteln auch die Verschwendung von landwirtschaftlichen Ressourcen und Arbeitskräften, Boden, Energie und Wasser zu vermeiden. Abgesehen von sozialen und ökologischen Aspekten sehen wir in der Vermeidung von Lebensmittelabfällen auch eine Chance, die wir wirtschaftlich nutzen können, indem wir unseren Handelsprozess intelligenter und effizienter gestalten und unsere Kunden in die Lage versetzen, ihr Geschäft ebenfalls verantwortungsvoller zu führen.

Nachhaltigkeitsziele

Die METRO setzt konsequent darauf, Lebensmittelverluste zu reduzieren. Wir wollen Lebensmittelabfälle im eigenen Geschäftsbetrieb bis zum Jahr 2025 um 50 % reduzieren. Dazu haben wir uns in einer Resolution des Consumer Goods Forum verpflichtet. Derzeit arbeiten wir an einer Aktualisierung dieses Ziels.

Im September 2019 schloss sich METRO der 10x20x30-Initiative des World Resource Institute an. Im Rahmen dieser Initiative verfolgen mindestens 10 der weltweit größten Lebensmittelhändler und -Lieferanten den "Ziel-Maßnahme-Aktion"-Ansatz, d.h. sie verpflichten jeweils 20 ihrer vorrangigen Lieferanten, das Gleiche zu tun - und damit ihren Lebensmittelverlust und -abfall bis 2030 zu halbieren. Gemeinsam mit den teilnehmenden Unternehmen teilen wir die Mission, den Beitrag des Privatsektors zum globalen Ziel, den Lebensmittelverlust und -abfall bis 2030 um 50% zu reduzieren, massiv zu erhöhen, indem wir die Anstrengungen in der Lieferkette "nach oben" katalysieren.

Ein weiteres Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit Too Good To Go (TGTG). Das Unternehmen bietet eine Plattform, um überschüssige Lebensmittel, die sonst im Abfall landen, zu reduzierten Preisen in einer speziell gebrandeten Tüte (der Magic Bag) zu verkaufen. Denn es betreibt eine App, mit der jeder, der sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt, unverkaufte Lebensmittel in teilnehmenden METRO-Märkten, z.B. in den Niederlanden, kaufen kann.

Die TGTG-Partnerschaft umfasst auch ein Kundenempfehlungsmodell. METRO-Außendienstteams in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Polen können HoReCa- und Händler-Kunden die digitale Lösung zur Nutzung in ihren Betrieben anbieten. Durch die Vermarktung von TGTG wollen wir unsere Kunden mit den Menschen vernetzen, die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen, um gemeinsam den Lebensmittelabfall zu reduzieren, ihren Einsatz dafür bekannter zu machen und die Wirkung für die Gesellschaft insgesamt zu erhöhen.

In den 17 Filialen von MAKRO Niederlande wurden innerhalb eines Jahres (Oktober 2019-Okt 2020) 46.891 Mahlzeiten eingespart, was einem CO2-Äquivalent von 117.227 kg entspricht.

Seit Januar 2018 kooperiert METRO mit Wholesurplus in der Türkei, um dort die Herausforderung der Reduzierung von Lebensmittelabfällen im eigenen Geschäftsbetrieb anzugehen. Wholesurplus bietet eine ganzheitliche Geschäftslösung an. Diese umfasst eine digitale Plattform zur Verwaltung des Lebensmittelabfallbestands gemäß der Lebensmittelabfallhierarchie auf Grundlage von Echtzeit-Datenanalysen sowie einen einzigartigen Marktplatz für die Umverteilung von Lebensmitteln und Spenden. Die Ausgangssituation in der Türkei erforderte dringenden Handlungsbedarf, da bis zu 80% der Lebensmittel, die nicht verkauft werden können, auf Deponien landeten und somit für die Ernährung der Menschen verloren ging. Durch die Nutzung des digitalen Marktplatzes können unsere Märkte auf einfache Art und Weise verzehrfähige Lebensmittel an Lebensmittelbanken, soziale Einrichtungen, Tierheime oder sogar an die Futtermittelproduktionsindustrie abgeben. Darüber hinaus ermöglicht ihnen die Datenanalysefunktion eine transparente Quantifizierung und Überwachung der Lebensmittelabfälle in Echtzeit, so dass sie gezielte Maßnahmen zur weiteren Verbesserung ihrer betrieblichen Abläufe durchführen können.

Darüber hinaus arbeitet die METRO seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Tafelbewegung zusammen, um bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, die trotz eines nahenden Mindesthaltbarkeitsdatums immer noch von einwandfreier Qualität sind.

Auch auf internationaler Ebene bauen wir die Zusammenarbeit stetig aus und sind Partner der Europäischen Föderation der Lebensmittelbanken (Fédération Européenne des Banques Alimentaires, FEBA).

Eine ergänzende Lösung zu unserer langjährigen Partnerschaft mit Lebensmitteltafeln ist die Zusammenarbeit mit SirPlus. Überschüssige Lebensmittel und Getränke aus unseren Großmärkten, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkauft und auch nicht an Lebensmittelbanken gespendet werden können, können sowohl online als auch in den SIRPLUS-Filialen in Berlin zu einem reduzierten Preis verkauft werden.

Durch die Zusammenarbeit mit KITRO können wir den METRO-Kunden im Hotel- und Gaststättengewerbe eine vollautomatische Lösung anbieten, die mit Hilfe von Hard- und Software dazu beiträgt, Lebensmittelabfälle durch Messung und Analyse von Lebensmittelabfällen zu reduzieren. Die Software bietet einen Datenüberblick über das Gewicht und zeigt die Kosten der Lebensmittelabfälle an. Sie unterstützt den Benutzer dabei, die verschiedenen Abfallquellen zu identifizieren, betriebliche Ineffizienzen zu beseitigen und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Seit Oktober 2019 ist die METRO AG Partner von Matsmart, einem schwedischen Start-up-Unternehmen, das überschüssige Lebensmittel direkt von B2B-Unternehmen aufkauft, zu reduzierten Preisen an die Verbraucher weiterverkauft und so zur Verringerung der Lebensmittelabfälle beiträgt. Derzeit unterstützt METRO den Markteintritt von Matsmart in Deutschland vor allem mit Know-how.

Auf vorgelagerten Stufen unserer Lieferkette verderben viele frische Lebensmittel durch klimatische Bedingungen, wie extreme Hitze oder unsachgemäße Lagerung. Die METRO hat in ländlichen Gebieten beispielsweise in Indien ordnungsgemäß klimatisierte "Lebensmittelsammelstellen" eingerichtet, um Nach-Ernte-Verluste zu verringern. Leicht verderbliche Lebensmittel erreichen die Märkte jetzt in 8 statt in 36 Stunden, und die Landwirte erhalten laufend Schulungen zu Themen wie Pflanzenschutz, Nacherntetechnologie oder Ernährungsmanagement, um die Menge der Lebensmittel, die den Verbraucher von der Farm bis auf den Teller erreichen, weiter zu erhöhen.