Der Mensch steht in unserem Geschäft im Mittelpunkt, und wir schätzen jeden Einzelnen, der mit und für uns arbeitet, als unsere wertvollste Ressource. Deshalb macht sich METRO stark für die Einhaltung der Menschenrechte in den eigenen Betrieben und in der Wertschöpfungskette, gestärkt durch vertrauensvolle Partnerschaften mit relevanten Akteuren. So zeigen wir unseren Kunden, dass uns die Menschen genauso am Herzen liegen wie sie selbst.

Richtlinie für Menschenrechte

Unsere übergreifende Richtlinie für Menschenrechte zeigt, dass wir von der Einhaltung der international anerkannten Menschenrechte innerhalb unserer eigenen Betriebe und in unserer gesamten Wertschöpfungskette überzeugt sind. Wir verpflichten uns, alle Menschenrechte zu respektieren, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der Internationalen Charta der Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und der Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) niedergelegt sind. Diese Verpflichtung gilt für unsere eigenen Mitarbeiter und für unsere Geschäftspartner innerhalb unserer Wertschöpfungskette.

Um ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte nachzukommen, hat METRO im Jahr 2012 eigene Grundsätze zu fairen Arbeitsbedingungen und Sozialpartnerschaft veröffentlicht. Sie basieren auf den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, auf den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und auf den drei Hauptprinzipien der Resolution des Consumer Goods Forum zu Zwangsarbeit. Unsere Prinzipien beinhalten die Themen Vereinigungsfreiheit, Recht auf Kollektivverhandlungen, Verbot von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung, geregelte Arbeitszeiten und Löhne, Arbeitsschutz und Sicherheitsmanagement.

Ziel ist es, eine Kultur der fairen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu etablieren und zu gewährleisten und damit zum Wachstum des Unternehmens beizutragen.

Ein Prüfungs- und Auditprozess soll sicherstellen, dass das Unternehmen weder direkt noch indirekt an der Verletzung von Menschenrechten beteiligt ist. Ziel ist es, etwaige Schwachstellen zu identifizieren und Präventions- und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Der Fokus liegt auf dem Dialog mit den Kollegen und der Förderung des Wissensaustausches, um voneinander zu lernen, nicht nur in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, sondern auch in Bezug auf den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern.

Seit dem Geschäftsjahr 2016/17 wurden in 15 Landesgesellschaften (Pakistan, Bulgarien, Japan, Ungarn, Italien, Serbien, Indien, Slowakei, Moldawien, Spanien, Russland, Kroatien, Kasachstan, Portugal und Frankreich) umfangreiche Prüfungen zur Einhaltung der METRO Prinzipien vor Ort durchgeführt. In vielen Bereichen wurden zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, während andere Bereiche Verbesserungspotenzial aufwiesen, insbesondere im Bereich der Arbeitssicherheit.

Während der Covid-19-Pandemie werden keine Vor-Ort-Überprüfungen durchgeführt, weshalb stattdessen Online-Befragungen durchgeführt werden. Bei 5 ausgewählten METRO-Gesellschaften wurden im Anschluss an die Befragung begrenzte Überprüfungsverfahren durchgeführt, um auf einer tiefgreifenderen Ebene nachzuarbeiten.

Um die länderübergreifende soziale Einbindung der Mitarbeiter zu gewährleisten und ihr Recht auf Tarifverträge und gewerkschaftliche Organisierung zu sichern, nimmt das Euro-Forum die Funktion des Europäischen Betriebsrats der METRO wahr. Darüber hinaus arbeitet METRO mit dem internationalen Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union zusammen.

Als internationales Großhandelsunternehmen arbeitet METRO mit einer Vielzahl von Lieferanten, Erzeugern und Produzenten zusammen. Unser Ziel ist es, bis 2030 sozial gerechte Arbeitsbedingungen in allen unseren Beschaffungskanälen sicherzustellen. Damit leisten wir insbesondere einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDG's) der Vereinten Nationen:

  • SDG 1 (keine Armut)
  • SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum)
  • SDG 12 (verantwortungsvoller Konsum und Produktion)

In diesem Zusammenhang erklärt METRO auch sein Bestreben, zu einem existenzsichernden Einkommen für diejenigen beizutragen, die für die METRO-Eigenmarken-/No-Name-Lieferketten produzieren, indem bis 2030 ein existenzsichernder Lohn ermittelt und schließlich gezahlt wird. Während verschiedene Methoden zur Definition eines existenzsichernden Einkommens akzeptabel sind, bevorzugt METRO, wo immer möglich, die sogenannte Anker-Methode.

Die Achtung dieser Werte ist uns auch auf Seiten unserer Geschäftspartner wichtig. Dies haben wir im METRO Verhaltenskodex für Geschäftspartner festgeschrieben. Er umfasst die Einhaltung der Menschenrechte gemäß der Internationalen Menschenrechtskonvention, der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, der UN- und ILO-Standards, Arbeits- und Sozialfragen auf der Grundlage der 4 Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Bestimmungen zum Umweltschutz und zur Unternehmensethik, insbesondere zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung, zum Kartell- und Wettbewerbsrecht sowie zum Datenschutz. Maßgeblich sind für uns auch die 3 Hauptprinzipien der Resolution des Consumer Goods Forum zu Zwangsarbeit. Darüber hinaus enthalten alle unsere Eigenmarkenverträge und Rahmenverträge für Markenlieferanten eine Sozialstandardklausel, die uns rechtliche Mittel zur Durchsetzung unserer Anforderungen gibt.

Systematische Audits und klare Grundsätze

Um einen Beitrag zur Sicherstellung sozialverträglicher Arbeitsbedingungen innerhalb unserer Beschaffungskanäle zu leisten und möglichen Verstößen vorzubeugen, ist die Umsetzung von Sozialstandard-Systemen ein wesentlicher Bestandteil des Einkaufsprozesses, wie in unserer Sozialstandard Richtlinie festgelegt. Wir fordern von unseren Produzenten eine Auditierung nach dem Lieferkettenmanagement-Standard der amfori Business Social Compliance Initiative (amfori BSCI), dem Sedex-Audit nach SMETA oder einem gleichwertigen Sozialstandardsystem. Dies gilt für alle Produzenten in definierten Risikoländern oder Produzenten, die wir im Hinblick auf mögliche Menschenrechtsverletzungen als riskant einstufen, in denen METRO SOURCING International (MSI) und METRO Food Sourcing (MFS) Waren herstellen lassen. Unser Socialstandard Prozess gilt auch für alle anderen Produzenten, die Eigenmarken oder Eigenimporte für unsere Vertriebslinien herstellen. 

Eine Liste von Risikoländern wird von amfori BSCI zusammengestellt und die Einstufung als Risikoland erfolgt z.B. anhand der Kriterien:

  • Erfahrung der örtlichen Einkaufsgesellschaften
  • Human Development Index der Vereinten Nationen
  • Corruption Perceptions Index von Transparency International

Seit vielen Jahren arbeiten wir mit unseren Non-Food-Produzenten an diesem Prozess. Seit dem 1. Juni 2019 wurde der gleiche Prozess analog für alle Food- und Near-Food-Produzenten im Eigenmarkenbereich etabliert. Ab dem 1. Januar 2019 können Non-Food-Produzenten, die das Audit nicht bestanden haben, nur dann als METRO-Vertragspartner beauftragt werden, wenn sie ein akzeptables Auditergebnis (A, B oder C für das amfori BSCI-Audit oder ein als gleichwertig anerkanntes Audit) erreichen.  Bis auf weiteres können auch alle Food/Near-Food-Lieferanten mit amfori BSCI D (und in Ausnahmefällen auch E) Auditergebnissen (und entsprechenden Äquivalenten anderer von METRO anerkannter Standards) von METRO beauftragt werden. Dieses Vorgehen spiegelt realistisch den anspruchsvollen Weg wider, Lieferanten in den Prozess zu integrieren und schrittweise an sozialverträgliche (Arbeits-)Bedingungen heranzuführen.

Seit 2013 ist METRO auch Unterzeichner einer Multi-Stakeholder-Initiative, dem Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh, um einen Beitrag zur Gesundheit und Sicherheit insbesondere der Arbeiter in der Textilindustrie in Bangladesch zu leisten. Die Initiative führt u. a. unabhängige Sicherheitsinspektionen und Sanierungsprogramme durch und bietet Sicherheitstrainings an. Im Vergleich zum Durchschnitt der Accord-Produzenten, die die Ergebnisse der Accord-Audits bis zum Jahr 2020 abschließen, liegt die durchschnittliche Fortschrittsrate der METRO-Produzenten mit 95 % etwas höher.

Standards und Zertifikate

Neben amfori BSCI (inklusive Small Producer Assessment SPA) akzeptiert die METRO weitere Standards und Zertifikate, um die Einhaltung von Sozialstandards zu prüfen.

  • ETI (Ethical Trading Initiative), sofern sie gemäß den SMETA-Richtlinien (Sedex Members Ethical Trade Audit) durchgeführt wird
  • SA8000 (Social Accountability)
  • ICTI (International Council of Toy Industry)
  • ICS (Initiative Clause Sociale)
  • RBA (Responsible Business Association (vormals EICC, Electronic Industry Citizenship Coalition)
  • FLA (Fair Labor Association)

Auch akzeptiert METRO im ersten Schritt folgende Lebensmittel-relevante Standards und Zertifizierungen, um die Einhaltung von Sozialstandards sicherzustellen:

  • ASC (Aquaculture Stewardship Council)
  • BAP (Best Aquaculture Practices)
  • RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil)
  • Global G.A.P. GRASP
  • RTRS (Roundtable for responsible Soy)
  • Fair Trade
  • Rainforest Alliance / UTZ
  • Fair for Life
  • Jedes CGF SSCI bewertete Programm

amfori BSCI-Verhaltenskodex

Um unsere Position zu manifestieren haben wir den amfori BSCI-Verhaltenskodex (Englisch) unterzeichnet, der vielfältige Sozial- und Umweltstandards umfasst. Mit geeigneten Maßnahmen sorgen wir für die Umsetzung und Einhaltung dieser Standards.

Der BSCI Verhaltenskodex umfasst elf Grundsätze:

  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen werden eingehalten
  • Es gibt keine Diskriminierung
  • Das Recht der Arbeitnehmer auf eine angemessene Vergütung, die ausreicht, um ihnen und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen sowie mindestens die Zahlung von gesetzlichen Mindestlöhnen bzw. branchenüblichen Löhnen
  • Die Arbeitszeiten entsprechen IAO und nationalen Gesetzen
  • Der Arbeitsplatz ist sicher und nicht gesundheitsgefährdend
  • Kinderarbeit ist verboten
  • Es gibt besonderen Schutz für jugendliche Arbeitnehmer
  • Es gibt keine prekäre Beschäftigung
  • Es gibt keine Zwangsarbeit und Disziplinarmaßnahmen
  • Die Umwelt wird respektiert
  • Ethisches Wirtschaften gilt als Grundsatz, v.a. gibt es Richtlinien gegen Bestechung und Korruption

Deal-Breaker-Prozess

Teil unseres Prozesses ist der sogenannte Deal-Breaker-Prozess, der speziell die Aspekte Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Arbeitssicherheit (insbesondere Brandschutz) und unethisches Verhalten bewertet. Der Deal-Breaker-Prozess stellt sicher, dass Lieferanten und deren Produzenten, die einen Deal-Breaker vorweisen, kurz- und langfristige Lösungen zur Behebung der kritischen Feststellungen entwickeln. Um sicherzustellen, dass unsere Lieferanten und Produzenten diese Anforderungen einhalten, können Aufträge, die sich bereits in der Produktion befinden, abgeschlossen werden, aber neue Aufträge oder Folgeaufträge werden gestoppt, bis die Erkenntnisse des Deal-Breaker-Prozesses behoben sind.

Trainings

Um dazu beizutragen, soziale Anforderungen an Lieferanten nicht nur zu beanspruchen und aufzuerlegen, sondern tatsächlich zu verbessern, haben wir Schulungen zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht und mit besonderem Schwerpunkt auf das Thema Zwangsarbeit eingeführt. Ziel ist es, Mitarbeiter darin zu schulen, potenzielle und/oder tatsächliche Menschenrechtsvorfälle zu erkennen, angemessen zu reagieren und zu verhindern. 
Unsere Importgesellschaften METRO SOURCING International und METRO Food Sourcing sowie unsere lokale Gesellschaft METRO Türkei arbeiten seit Jahren mit unseren lokalen Produzenten zusammen und begleiten sie durch Schulungen, die ihnen helfen sollen, Sozialstandards zu verstehen und einzuhalten.